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"Gründe" - Gesund leben mit Bioprodukten

Bild1: Mähdrescher Auch die Ansprüche der Menschen an eine angemessene Ernährung sind stark durch wenig veränderbare biologische Funktionen bestimmt.

Aufgrund seiner evolutionsgeschichtlichen Entstehungsbedingungen ist das menschliche Verdauungssystem nun einmal primär an Nahrungsmittel der natürlichen Umwelt angepasst.

Unter Berücksichtigung dieser Prämissen müßte Landwirtschaft heute vor allem zwei Dinge leisten, nämlich

- die natürlichen Funktionen der Landschaft erhalten - und gleichzeitig
- menschengerechte Lebensmittel erzeugen.

Darüber hinaus gilt es aber auch, Ansprüche zu berücksichtigen, die sich nicht allein auf funktionale Zusammenhänge wie Gesundheit oder intakte Ökosysteme zurückführen lassen.

Der Mensch ist eben auch weitgehend ein wertorientiertes Wesen, das seine Handlungen und Einstellungen sehr stark an ethisch-moralischen Vorstellungen ausrichtet.

In diesem Kontext war Ökolandbau für uns auch immer eine ethische Frage. Geht es doch gerade heute um Fragen der artgerechten Tierhaltung im Gegensatz zur industriellen „Tierproduktion“, um die Problematik des Aussterbens von Tier- und Pflanzenarten bedingt durch intensive Landwirtschaft, um qualvolle Tierversuche im Zusammenhang der Agrarchemie, um die artüberschreitende Manipulation der Erbsubstanz durch die Gentechnik, um die klimaschädigenden Auswirkungen unseres exzessiven Energieverbrauchs und viele andere Probleme einer ökonomisch zweckorientierten Gesellschaft.

Bild2: PflanzentrogÖkologischer Landbau ist auch hier letztlich das Bemühen, der eigenständigen Würde des Lebens einen hohen Stellenwert einzuräumen.
Das andere wesentliche ethische Leitprinzip des ökologischen Landbaus ist der Gedanke der Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit kann dabei durchaus auch im Sinne des kategorischen Imperativs von Kant als ein - wirtschaftliches - Verhalten verstanden werden, das der Gesamtheit menschlicher Interessen untergeordnet ist. Danach kann es nicht verantwortbar sein, wenn in der Gegenwart ein kleiner aber reicher Teil der Menschheit die Resourcen der Erde für sich beansprucht und zukünftigen Generationen lediglich zerstörte Ökosysteme und ausgebeutete Rohstofflager zurücklässt.

Weltweit versuchen mittlerweile Landwirte durch die Anwendung und Weiterentwicklung ökologischer Produktionsmethoden im Einklang mit der Natur zu arbeiten, aber zugleich auch sozialen und wirtschaftlichen Ungleichgewichten entgegenzuwirken, da die Ausbeutung der Natur sehr oft mit der Ausbeutung des Menschen einhergeht.

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